Vliestapete

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Die seit Mitte der Neunzigerjahre ursprünglich für den Profibereich angebotene Vliestapete gewinnt auch bei Heimwerkern Jahr für Jahr Marktanteile. Das liegt an ihrer weichen Oberfläche, ihrer Stabilität und an der recht leichten Verarbeitung. Ohne Einweichen wird sie normalerweise direkt auf die vorher eingekleisterte Wand tapeziert. Da sie sich nicht verzieht, Risse überbrückt und überaus reißfest ist, lässt sie sich leicht im Kleberbett an die richtige Position schieben. Besonders praktisch ist dies bei der Deckenrenovierung. Die zugeschnittenen Bahnen werden trocken in das Kleisterbett gelegt, mit einer Walze angedrückt und abschließend mit einem Schneidemesser angepasst. Die Tapete kann auch vorher zugeschnitten und eingekleistert werden, das Einweichen entfällt jedoch. Wird beim Verkleben der Kleister nach Herstellerangaben angerührt, lassen sich Vliestapeten rückstandsfrei in einem Stück wieder von der Wand abziehen, wenn sie ausgedient haben.

Auch die Bremer Umwelt Beratung hat sich lange auf eine Untersuchung der Zeitschrift Ökotest verlassen, nach der Vliestapeten PVC- und weichmacherfrei sind und diese empfohlen. Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass es mit der Umweltverträglichkeit bei einigen Produkten schlecht bestellt ist.

Eine Frage der Herstellung

Vliestapeten werden in glatten Qualitäten mit Muster ebenso wie in geprägten Ausführungen angeboten. Hergestellt wird die Basis der Vliestapeten aus speziellen Zellstoff- und Textilfasern. Dazu kommen oft Polyesterfasern und synthetische Bindemittel. Die strukturierte Oberfläche kommt je nach Hersteller unterschiedlich zustande: die empfehlenswerte Variante entsteht durch Prägung des Basimaterials. Als zweite Möglichkeit wird die Beschichtung mit einer kompakten oder aufgeschäumten Kunststoffmasse in unterschiedlicher Dicke genutzt. Mit Kunststoffen beschichtete Produkte enthalten zum Teil 40 - 60 Prozent PVC und verschiedene Zusatzstoffe mit bis zu 30 Prozent Weichmacheranteil. Da die Weichmacher häufig schwerflüchtig sind, können sie die Innenraumluft langfristig belasten. Schwermetalle können durch aufgedruckte Farben in sehr geringen Mengen vorhanden sein.

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